Handlungsempfehlungen für den Schutz vor Extremwetter
Maßnahmen, Empfehlungen und Impulse zur Risikominimierung für Veranstaltungen unter Einfluss von Extremwetter
Empfehlungen zur Planung und Umsetzung von Maßnahmen anhand konkreter Schwellenwerte und Warnstufen für mehr Sicherheit und Wohlbefinden auf der Veranstaltung
Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung sowie im Krisenmanagement von Veranstaltungen
Der Klimawandel verändert die Rahmenbedingungen für Veranstaltungen im Freien spürbar. Extremwetter wie Hitze, Sturm und Starkregen tritt häufiger und intensiver auf. Dadurch erhöhen sich die Risiken für Besucher*innen und Mitarbeiter*innen sowie temporäre Infrastrukturen wie Bühnen, Zelte oder Parkflächen. Veranstaltungen müssen zunehmend unterbrochen oder sogar abgesagt werden. Dies betrifft nicht nur große Konzerte oder Festivals wie z. B. das Robbie-Williams-Konzert in Berlin im Juli 2025 (Absage aufgrund von Starkregen), sondern auch viele kleine kommunale Veranstaltungen.
Das Projekt KlimaEvent bietet Empfehlungen für Veranstalter*innen, um sich gezielt auf diese Herausforderungen vorzubereiten. Ein verantwortungsvoller Umgang mit klimabedingten Risiken dient nicht nur der rechtlichen Absicherung, sondern auch der Qualität und Attraktivität von Veranstaltungen. Wer Sicherheit und Wohlbefinden aller Beteiligten in den Mittelpunkt stellt, schafft Veranstaltungen, an denen Menschen gerne teilnehmen. Langfristig stärkt dies Nachfrage, Akzeptanz und Attraktivität – auch für Künstler*innen und externe Akteur*innen.
Gleichzeitig sind Veranstalter*innen gesetzlich dazu verpflichtet, Besucher*innen, Mitarbeiter*innen und Auftragnehmer*innen vor vorhersehbaren Gefahren zu schützen. Extremwetterrisiken müssen daher fortlaufend beobachtet und bewertet werden. Gerichte und Versicherungen erwarten zunehmend den Nachweis, dass die Wetterbedingungen überwacht, die Risiken erkannt und auf Basis etablierter Schwellenwerte Maßnahmen getroffen wurden. Ein ausgeprägtes Wetterbewusstsein ist somit ein zentraler Bestandteil der Fürsorge- und Verkehrssicherungspflicht sowie einer nachvollziehbaren Entscheidungsfindung.
Zu diesem Zweck werden wissenschaftliche Erkenntnisse mit Erfahrungen aus der Veranstaltungspraxis gebündelt und in konkrete, umsetzbare Maßnahmen überführt. Der Fokus liegt auf den Extremwettern Hitze, Sturm und Starkregen, die allerdings isoliert voneinander betrachtet werden. Kaskadierende Effekte, wie beispielsweise Hitze und darauffolgende Sommergewitter inklusive Blitzschlag, Sturm oder Starkregen, werden in den Empfehlungen zunächst nicht berücksichtigt. Sie sollten jedoch in die Risikoanalyse jeder Veranstaltung einfließen.
Da Veranstaltungen je nach Ort, Ablauf und Rahmenbedingungen sehr unterschiedliche Anforderungen und Risikolagen aufweisen, lassen sich die Maßnahmen flexibel auswählen und bedarfsgerecht anpassen. Mithilfe einer Risikoanalyse inklusive Gefährdungsbeurteilung kann der individuelle Bedarf an Klimaanpassungsmaßnahmen für jede Veranstaltung ermittelt werden. Die Umsetzung der Maßnahmen sollte verhältnismäßig sein. Doch schon mit wenig Mitteln und Aufwand können viele der Empfehlungen einfach umgesetzt werden. Festzuhalten ist, dass für keine Veranstaltung absolute Sicherheit garantiert werden kann. Durch vorausschauende Planung und individuelle Anpassungsmaßnahmen lassen sich Risiken jedoch wirksam minimieren.